Wettlauf mit dem Tod brachte Durchbruch
Einige behaupten, es sei das sibirische Volk der Tschutschken vor 4.000 Jahren gewesen, das zum ersten Mal auf Schlitten und Hunde in seiner Bewegungsfreiheit angewiesen war. Andere Quellen zitieren die arabische Literatur aus dem zehnten Jahrhundert, um Beweise dafür zu finden, dass der Mensch zum Transportmittel Hundeschlitten gegriffen hat. Doch den historischen Durchbruch schafften die Schlittenhunde Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts als in Alaska das Goldfieber ausbrach. Eine atemberaubende Legende aus dieser Zeit wird heute noch jedes Jahr mit dem berühmtesten und härtesten aller Schlittenhunde-Rennen gefeiert: Dem Iditarod-Trail.
Das Gold ebnete die knapp 1.800 Kilometer lange Strecke zwischen Anchorage über Iditarod nach Nome, alles Städte im unwirtlichsten Teil Alaskas. Während des Goldrausches in Alaska und Kanada beförderten Hundeschlitten auf dieser Strecke Gerät, Post und Gold durch die unendliche Wildnis. Die Zeit vertrieben sich die Musher zwischendurch mit Schlitten-Rennen, in denen jeder zeigen wollte, dass er das beste Gespann hatte.
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Leonhard Seppala auf der drittletzten Etappe von Shaktoolik nach Golovin. Er legte mit seinem Team vom 1. bis 2. Februar 1925 etwa 90 Meilen (ca. 144 km) zurück. (Photo: www.dogsled.com)
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1925 brach in Nome Diphterie aus. Der Serumvorrat reichte gerade für einen Bruchteil der 2.000 Einwohner. 20 Hundeschlitten-Führer wurden mit ihren Gespannen in aller Eile mobil gemacht. Das erste Team startete in Nenana bei einer Temperatur von minus 45 Grad. Die Gespanne fuhren als Stafette und legten meist Strecken zwischen 50 bis 80 Kilometer zurück. Die Hunde liefen großteils im Dunkeln Tageslicht gab es zu dieser Jahreszeit nur maximal vier Stunden. Doch trotz arktischer Stürme mit Tiefsttemperaturen von bis zu minus 60 Grad gelangte das dringend benötigte Serum nach etwas mehr als fünf Tagen nach Nome. Normalerweise wurde die Strecke mit 25 Tagen berechnet.
Zur Erinnerung an die Rettungsfahrt mit Schlittenhunden wird in Alaska seit 1973 jedes Jahr das bekannte Iditarod-Rennen gestartet, das von Anchorage, streckenweise sogar über den alten "Trail", nach Nome führt. Das Siegerteam benötigte 1973 noch gut 20 Tage, 1995 stellte Doug Swingley aus Montana mit etwas mehr als neun Tagen einen neuen Rekord auf.
In den sechziger Jahren kam der Schlittenhundesport über die Schweiz nach Europa. Heute werden Schlittenhunderennen in Norwegen, Schweden und Finnland, in der Schweiz, in Österreich, Italien, Frankreich und Deutschland gefahren. Auch in den osteuropäischen Ländern werden immer mehr Schlittenhunderennen organisiert.
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